iPhone Accessoires aus China importieren – eine Fallstudie

iPhone Accessoires aus China

Heute möchten wir mit Ihnen eine Fallstudie zum Thema iPhone Accessoires teilen – genauer gesagt zu deren Import aus China. Diese wurde wie aus dem Lehrbuch erstellt, fast. Ich dachte mir, dass es einmal ganz erfrischend sein könnte, Ihnen als Lesern unserer Artikel nicht dauernd mit Horrorgeschichten zu kommen von wegen Millionenverluste, beschlagnahmte Güter durch den Zoll und so weiter.  Dies muss auch alles nicht so dramatisch enden, wenn Sie vorneherein und bis zum Schluss eine Strategie verfolgen.

Schritt #1: Einen iPhone Gehäusehersteller finden

Unser Kunde betrieb (ich hoffe sehr, dass dies noch immer der Fall ist) einen kleinen aber dennoch gut etablierten iPhone Accessoire Shop. Wie bei fast allen Importangelegenheiten mochte dieser natürlich soviele Produkte wie möglich anbieten. Um die Situation zu vermeiden, in welcher unser Kunde Produkte von vielen unterschiedlichen Händlern bestellen hätte müssen, lag unser Fokus darin, einen Lieferanten zu suchen, der sich auf die Produktion von iPhone 5 Gehäusen spezialisierte.

Der Fokus auf das Produkt ist entscheidend. Es gibt tonnenweise an Unternehmen in China, die ein wenig hiervon und auch noch ein wenig davon handeln. Der Einkauf bei einem solchen Händler ist hochriskant. So könnte der Händler sich dazu entscheiden, die von Ihm verkauften Produkte künftig nicht mehr anzubieten. Außerdem ist es sehr zeitraubend, sich mit vielen verschiedenen Händlern herumschlagen zu müssen. Es ist viel effizienter, mehrere produkte bei nur einem Lieferanten zu ordern. Außerdem erscheint der Käufer aus der Sicht des Verkäufers in diesem Fall wichtiger, da mehr Umsatz winkt.

Mit dies im Hinterkopf haben wir noch immer keine spezifischen Produkte ausgewählt. Wir haben lediglich Lieferanten herausgesucht, die eine breite Palette an Produkten zur Auswahl stellten und welche über ausreichend registriertes Kapital verfügten. Nach dieser ersten Lieferantenauswahl haben wir nach digitalen Produktkatalogen gefragt, bei welchen unser Kunde sich für die iPhone Gehäuse entschied.

Schritt #2: Produktentwicklung und Branding

Unser Kunde wollte seine Marke auf den Produkten wiederfinden. Doch anstatt eines Logodruckes auf die Gehäuse (was die Designs komplett ruiniert hätte) hat sich unser Kunde für Verpackungen in seinem Stil der Marke entschieden. Doch das Designen und das Herstellen solcher kundenspezifischen Produktverpackungen kann recht riskant sein.

Zunächst benötigen Sie für eine Plastikproduktverpackung eine Modellform. Eine solche Form kann zwischen wenigen hunderten Dollarn bis zu vielen tausend Dollarn kosten. Das ist nicht wirklich das Wahre, wenn Ihr Budget etwa diesen Summen entspricht. Stattdessen haben wir eine andere Lösung gefunden. Wir haben den Lieferanten darum gebeten, einige Boxen von anderen Kunden zu senden. Auch wenn so unser Kunde keine eigene Produktverpackung für seine iPhone Gehäuse erhielt, so hatte er doch freie Auswahl was das grafische Layout betraf (nunja, eigentlich war ich es, der das ganze Ding konzipiert hat).

Als das Layout fertiggestellt war, haben wir eine Samplebestellung aufgegeben. Da der Kunde keine dramatischen Produktabänderungen wünschte, kostete das Sample nicht mehr als 50 Dollar. Die Kosten wären etwa 10 bis 20 Mal so hoch, sofern unser Kunde abgeänderte Produkte oder eigene Verpackungen gewünscht hätte. Kleine Produktmengen kaufen? Vermeiden Sie Produktabänderungen wenn immer es möglich ist.

Das Sampleprodukt war in Ordnung. Unser Kunde war glücklich – und wir auch. Nun war es Zeit, den Vertrag aufzusetzen und mit der Produktion der iPhone Gehäuse zu beginnen.

Schritt #3: Bezahlung und Produktion

Vor dem Beginn der Produktion mussten zwei Dinge geschehen. Zunächst brauchten wir eine Vereinbarung. Und zweitens musste der Kunde eine 30-prozentige Anzahlung des Gesamtbestellungswertes zahlen. Lassen Sie uns mit der Vereinbarung beginnen. Warum zögerten wir, eine solche Vereinbarung zu unterschreiben? Seit wann kümmern sich chinesische Händler einen Dreck um ein Stück Papier? Nun, darum geht es gar nicht. Die Vereinbarung erfüllt hauptsächlich zwei Zwecke.

1.) In der Vereinbarung stehen die exakten Produkteigenschaften und die Qualitätsstandards. Folglich wird das Risiko für Missverständnisse begrenzt. Missverständnisse sind vermutlich der Hauptgrund dafür, warum etwas bei der Produktion schiefgehen kann. Wenn dann etwas schiefgeht (z.B. die falsche Farbe oder Schriftart), ist der Vorgang unumkehrbar. Was aus der Fabrik herauskommt, kommt nie wieder in diese hinein (das ist mein Spruch, bitte nicht vergessen).

2.) Durch die Vereinbarung wird der Händler gehemmt, den Kunden möglicherweise zu betrügen (z.B. durch die Verwendung von recyceltem Plastik statt neuem Plastik). Warum? Denn wir haben in der Vereinbarung klar und deutlich festgehalten, dass die Produkte einer Qualitätsüberprüfung unterzogen werden, bevor die Restzahlung folgen würde. “Betrüge uns und du bezahlst dafür.”

Soweit so gut. Wir hatten die Vereinbarung.  Der Kunde bezahlte die Anzahlung (30% des Gesamtbestellwertes) und der Händler begann mit der Produktion. In diesem Augenblick haben wir bereits den Händler gefragt, wann die Ware zur Inspektion bereitstünde. Wenn ich mich richtig erinnere waren das etwa 25 Tage zu diesem Zeitpunkt.

Doch komplette Funkstille ist kein gutes Anzeichen. Somit forderten wir von unserem Händer regelmäßige Updates zum Produktionsstatus. Diese sollten Bilder und Bestätigungen beinhalten, dass alles nach Plan lief.

Schritt #4: Qualitätskontrolle & Versand

4 Wochen später… der Händler rief uns an und fragte uns, wann wir denn nach Guangzhou kommen könnten. Nun, das war unmöglich. Macht dies Sinn? Natürlich! Der Kunde wollte kein Geld in eine Qualitätskontrolle investieren, warum auch immer. Dann könnte dem Händler aber gleich gesagt werden, dass uns die Produktqualität der iPhone Gehäuse absolut egal ist. Auch wenn wir von Anfang an wussten, dass in der Fabrik keine Qualitätspberprüfung stattfinden würde, haben wir es dem Händler die ganze Zeit glauben lassen. Ergebnis? Die Produkte wurden perfekt geliefert. Wir haben kein einziges defektes Produkt entdecken können, als die Gehäuse bei unserem Büro in Shanghai eintrafen.

Sage ich Ihnen damit also, dass Sie Ihrem Händler gegenüber unehrlich sein sollen, wenn Ihr Unternehmen davon profitieren kann? Davon können Sie verdammt nochmal ausgehen. Doch dieser Trick funktioniert nicht immer. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Händler dumm ist. Außerdem können selbst ehrliche Händler eine Produktreihe vergeigen. Die hier genannte Methode sollte nur als Notlösung dienen, wenn Sie sich keine Qualitätskontrolle leisten können.

Noch eine Sache zu den Qualitätskontrollen. Stellen Sie sicher, dass diese vor der Überweisung des Restbetrages stattfindet (üblicherweise 70% des Gesamtbestellwertes). Warum? Wenn etwas mit Ihrer Bestellung schiefläuft, Sie Ihren Lieferanten aber bereits bezahlt haben, wird er Sie wohl kaum komensieren. Würden Sie das tun? Natürlich nicht. Der Händler hat bereits Ihr Geld erhalten. Der Händler wird nicht davon profitieren, Ihr Produkt neu zu liefern oder Ihnen gar einen Rabatt anzubieten.

OK, genug zu den Qualitätskontrollen. Vielleicht möchten Sie nun wissen, wie die Produkte versandt wurden? Wir haben FedEx angerufen, die Jungs haben die Ladung aufgegabelt und in ein Frachtflugzeug gepackt. Mehr lässt sich dazu kaum sagen. Naja, eine Sache vielleicht. In diesem Fall machte es Sinn, die Luftpost dem Seeversand den Vortritt zu lassen. Das Volumen war sehr klein und das Gewicht pro Volumeneinheit recht groß. Das ist genau der richtige Fall, wenn Luftpost eine geeignete Versandart ist.

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