Produktstandards & Lieferanten in China: Eine Warnung

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Vor wenigen Monaten erhielt ich einen Anruf von einem Geschäftsinhaber in Skandinavien. Sein Unternehmen hatte einige Jet Skis von einem chinesischen Lieferanten gekauft. Bei der Ankunft im Zielhafen wurde die Ware vom dortigen Zoll überprüft. Dieser verlangte vom Käufer, die passenden Zertifikate vorzuweisen. Dies sollte kein größeres Problem sein. Doch der Käufer wusste nicht, was er da tat.

Der Importeur ahnte nicht, dass Zertifikate ein Problem darstellen könnten. Erst durch den Zoll wurde er auf diese aufmerksam gemacht. Dieser verweigerte die Herausgabe der Produkte bis der Käufer die entsprechenden Unterlagen vorlegen würde. Der logische Schritt wäre nun, dass der Verkäufer einspringt, die nötigen Unterlagen zuschickt und das Problem damit löst. Dennoch war es eine Sackgasse, da der Lieferant ebenfalls keine Ahnung von Zertifikaten hatte. Der Lieferant hatte mit dieser Sendung zum ersten Mal etwas nach Europa verschifft.

Einige wenige Minuten später im Telefonat bemerkte ich, welche Probleme dies mit sich brachte. Der einzige Ratschlag von mir, den Zoll anzurufen und die Zerstörung der Produkte anordnen zu lassen. Doch das ist leichter gedacht als gesagt – besonders bei einem Warenwert von etwa 40.000€!  Das war das Ende unseres Telefonats und ich habe bis heute nie wieder etwas von ihm gehört.

Dies war nicht das erste Mal und wird auch sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass ein Importeur schlicht annimmt, dass „der Lieferant schon wissen sollte, welche Standards und Regulierungen für mein Land zutreffen“. Vor gut einem Jahr hatte ich einen anderen Anrufer. Dabei handelte es um einen Kleinunternehmer, dessen gesamte Lieferung an Spielzeugen aus China vom Zoll einbehalten wurde. Der Grund? Die importierten Waren entsprachen nicht den neuesten EU Regulierungen, auch wenn der Lieferant einige durchaus brauchbare Fotokopien von Testberichten mitsendete. Auch von diesem Kerl habe ich seitdem nie wieder etwas gehört.

Was ist also die Moral dieser Geschichten? Dass Sie schlicht nichts aus China importieren sollten? Nun, das wäre schon recht dumm. Immerhin lebe ich von diesem Business. Wenn Sie nicht in der Privatinsolvenz enden möchten, empfehle ich Ihnen folgenden Ratschlag:

Gehen Sie niemals davon aus, dass Ihr Lieferant Ihre Produktrichtlinien und Reguierungen in Ihrem Land kennt!

Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass nur die allerwenigsten Kleinunternehmer (falls überhaupt), die aus China importieren, sich überhaupt Gedanken um die Produktrichtlinien und Zertifikate machen. Wenn immer ich diese Punkte anspreche, höre ich von den Importeuren: „Das muss der Lieferant doch wissen!“

Klar, wissen sollte das der Lieferant. Da stimme ich zu. Lieferanten sollten schon wissen, welche Zertifikate und Produktrichtlinien je nach Land oder Markt notwendig sind.

Nur entspricht dies nicht der Realität. Nur die wenigsten chinesischen Lieferanten haben entfernt schon einmal etwas von Produktstandards und Regulierungen gehört. Was genau die Europäische Union oder der nordamerikanische Markt verlangt, weiß dort so gut wie niemand. Die ERSTE Frage, die Sie einem Lieferanten stellen, sollte also jene sein, ob denn entsprechende Zertifikate vorgezeigt werden können und ob die Produkte diesen auch entsprechen. Ihre ZWEITE Frage besteht darin, ob es Beweise für die Einhaltung dieser gibt.

Testberichte, welche die Einhaltung von Produkten beweisen, können gefälscht werden. Fälschungen gibt es hier sehr häufig. Also müssen auch Testberichte verifiziert werden. Aus diesem Grund verifizieren wir alle relevanten Produktzertifikate und Testberichte bei unserer Lieferantensuche hier auf asiaimportal.de. Erfahren Sie hier, wie Sie sich vor Betrügern schützen können..

Stellen Sie sicher, dass die richtigen Produkte zertifiziert sind

Ein Produktzertifikat (z.B. CE, RoHS oder REACH) ist für ein bestimmtes Produkt gedacht und nicht gleich für ALLE Produkte des Lieferanten. Häufig bezieht sich ein Lieferant auf Testberichte für komplett andere Produkte, wenn nach Beweisen gefragt wird.

Verifizieren Sie die Echtheit und die Gültigkeit der bestehenden Testberichte Ihres Lieferanten

Es gibt massenhaft gefälschte Testberichte in China. Einige dieser sehen auch so aus, während andere richtig gut gemacht sind. Sie können die Echtheit mit Organisationen wie SGS und TUV ermitteln. Ich habe in den letzten Jahren viele Fälschungen gesehen. In einigen Branchen, besonders bei Elektrogütern, sind gefälschte Zertifikate häufiger anzutreffen als in anderen.

Es gibt nur eine Möglichkeit, um sich sicher zu sein!

Die beste Investition ist es, Produkte vor dem Versand immer zunächst testen zu lassen. Es gibt zahlreiche Unternehmen auf dem chinesischen Festland als auch in Hongkong, die Ihre Produkte nach bestimmten Standards testen können. Es ist dabei Ihre Aufgabe, den gewünschten Standard zu bestimmen! Der Preis reicht von einigen wenigen hundert Euro bis hin zu vielen tausend Euro je nach Standard und Produkt.

Wenn Sie der Ansicht sind, dass Ihnen dies zu teuer ist und es zu viele Probleme bereitet, empfehle ich Ihnen den Import von Waren, die keine Standards einzuhalten brauchen. Denn Spielzeuge, Kosmetika, Konsum- und Elektrogüter, Industriegüter, Medizin, medizinische Hilfsmittel, Chemikalien und Baumaterialien benötigen alle genau dies.

Starting Package

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Our Starting Package includes everything your small business needs to started out right when importing from China:
  • Händlersuche
  • Produktregulierungen
  • Etikettierungsvorschriften
  • Expertenberatung
Supplier Screening

Händlerüberprüfung

Sie haben einen chinesischen Händer gefunden? Wir überprüfen diese, um Sie vor Betrügern und illegalen, giftigen sowie unsicheren Produkten zu schützen:
  • Unternehmensüberprüfung
  • Betrugscheck
  • Produktzertifikatcheck
  • Käuferreferenzcheck
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