Zahlungsbetrug – gehen Sie so chinesischen Betrügern aus dem Weg

Zahlungsbetrug China

Eine wahre Geschichte aus Qingdao

Sie machen sich Sorgen, Ihr (ganzes) Vermögen bei Importen aus China zu verlieren? Zu Recht! Dabei sind Sie auch nicht allein. Der Zahlungsbetrug ist die häufigste Betrugart. Besonders gezielt haben solche Betrüger es auf kleine und mittelgroße Unternehmen abgesehen, welche Produkte auf Alibaba.com und anderen online B2B Plattformen suchen. In den letzten paar Jahren habe ich einige Kleinimporteure gesehen, die hunderttausende Dollar durch diese Betrugsform in den Sand gesetzt haben.

Das erste Mal, dass ich mich mit einem solchen Zahlungsbetrug auseinandersetzen durfte, war im letzten Quartal des Jahres 2011. Es war schon später Nachmittag an einem Freitag und als ich gerade mein erstes Paulaner öffnete, erhielt ich auch schon einen verzweifelten Anruf von einer Langzeitkundin. Sie hat, ohne mich zuvor in Kenntnis zu setzen, geplant, Süßstoffe von einem Lieferanten in Qingdao zu kaufen. Sie hatte schon in der Vergangenheit dasselbe Produkt dieses Kunden bestellt und dabei keine Probleme feststellen können. Doch diesmal hatte sie weniger Glück. Der Lieferant gab an, nicht auch nur einen einzigen Dollar von ihr erhalten zu haben, was meine Kundin natürlich nervös werden lies, da immerhin 40.000 Dollar bereits zwei Wochen lang unterwegs waren, bevor sie mich schließlich anrief.

Wie ich dem Zahlungsbetrug auf die Schliche kam

Bevor ich das Telefonat mit meiner Kundin beendete, bat ich um jedes einzelne (digitale) Dokument und um jede E-Mail, welche sie vorweisen konnte. Am nächsten Tag schaute ich mir die Dokumente einmal genauer an und stellte fest, dass der Empfängername auf der vorläufigen Rechnung von dem Namen des Lieferanten abwich. Das gleiche traf auf den Ort zu. Das Geld sollte an eine Handelsgesellschaft in  Qingdao gehen, doch stattdessen handelte es sich um ein Konto in Hongkong.

Ich stellte schnell fast, dass der Lieferant richtig lag – sie hatte nicht den Kunden, sondern eine andere Person bezahlt. Diese Person ist offenbar ein professioneller Betrüger eines gut organisierten kriminellen Netzwerkes.

Warum diese Betrugsform noch immer funktioniert

Wie haben die das angestellt? Ganz einfach. Der Betrüger musste nur das E-Mailkonto des Lieferanten knacken, die E-Mails durchlesen und eine E-Mail mit den falschen Bankdaten an Kunden senden, auch an meine Kundin. Die Rechnung wird also erneut geschickt. Dabei wird häufig geschrieben, dass es sich bei der ersten E-Mail um einen Fehler handelt oder dass falsche Datein eingetragen wurden. Meine Kunding tat genau das, was die meisten Kleinimporteure in dieser Situation tun würden – sie zahlte. Sie hat jeden einzelnen Dollar verloren.

Wie kann ein doch ziemlich erfolgreicher Geschäftsinhaber auf so eine banale Betrugform hereinfallen? Wieso ist es so einfach für jemanden, an hunderttausende Dollar zu kommen? Schlichtweg, weil die meisten Geschäftsleute annehmen, dass “dies so in China gehandhabt wird”.

Wie solchen Betrügereien aus dem Weg zu gehen ist

Lassen Sie mich Ihnen eine Frage stellen. Wären Sie skeptisch, wenn Sie Produkte aus einem anderen Bundesland oder einem Nachbarland kaufen würden, doch das Bankkonto des Kunden plötzlich in Barbados registriert ist? Ich wäre mehr als skeptisch! Sie werden viel erreichen, wenn Sie Ihren Verstand einsetzen – selbst in China.

Sie können Betrügern sehr einfach aus dem Weg gehen, wenn Sie diese zwei Regeln befolgen:

      1. Bezahlen Sie NIEMALS, wenn der Empfängername des Kontos nicht dem Lieferantennamen entspricht.
      2. Bezahlen Sie NIEMALS etwas, wenn das Bankkonto in einer komplett anderen Statt, Provinz oder gar einem anderen Land registriert.

Was musste meine Kundin also durchmachen?

Wie zu erwarten war, war meine Kundin am Boden zerstört, als sie erfahren musste, dass sie das Geld nie wieder sehen würde.

Dennoch wollte sie die Produkte bestellen und ich gab ihr den Hauch einer Hoffnung, dass der Lieferant in Qingdao einen Rabatt akzeptieren könnte. In der anschließenden Woche flog ich von Shanghai nach Qingdao, um mich mit dem rechtlichen Vertreter des Unternehmens zu treffen. Sie wollten keine Verantwortung für den Betrug übernehmen. Da es sich um eine kleine Handelsgesellschaft handelte, hatten Sie dafür vermutlich einfach nicht die Mittel.

Die Produkte waren in einem Lagerhaus am Hafen gelagert und alles sah gut aus. Letztendlich konnten wir einen Rabatt von 25% für meine Kundin aushandeln. Der Lieferant protestierte lautstark, da wir im Grunde danach fragten, dass das Unternehmen für meine Kundin Verluste machen sollte, obwohl ihnen keine Schuld traf. Dennoch mussten sie zustimmen, da es keine anderen Kunden für das Produkt gab. Die Zerstörung des Produktes hätte dem Unternehmen noch mehr Geld gekostet als es reduziert abzugeben.

Immer wieder erhalte ich E-Mails von Lieferanten, die uns vor Zahlungsbetrügern waren möchten. Ich gehe davon aus, dass diese Händler mit Betrügern zu tun hatten, ähnlich wie die Handelsgesellschaft. Das Grundproblem ist, dass die Importeure nicht Ihren Verstand einsetzen, wenn sie aus China importieren. Ein anderes Problem besteht darin, dass die chinesischen Händler absolut kein Problem in Ihrer Internetsicherheit (und damit E-Mailsicherheit) sehen.

Achten Sie auf Unternehmensangestellte

Es gibt übrigens ein weiteres Problem. Viele chinesische Lieferanten fordern von Ihnen, dass die Bezahlung auf ein Bankkonto erfolgt, welches nicht dem Unternehmen gehört. Es ist üblich, dass Lieferanten in der südchinesischen Provinz Guangdong Subunternehmen in Hongkong haben, welche von den rechtlichen Vertretern oder Verwandten betrieben werden. Ein einigen Fällen agiert eine Einzelperson als Vermittler und fordert dann die Bezahlung auf sein Konto, welche dann entsprechend weitergeleitet werden soll. Wie zu erwarten ist, gönnt sich dieser Mittelmann einen kleinen Bonus zusätzlich zu seinem Gehalt – dank Ihrer Überweisung.

Ich weiß sogar von einem Fall, in welchem der Importeur nicht nur mehr als gefordert überwies, sondern gar betrogen worden ist. Der Vermittler schnappte sich das Geld und war damit auf und davon, ohne den Lieferanten zu bezahlen. Was sagte also der Lieferant dazu, wenn der Kunde nach den Produkten fragte?

“Sorry, wir haben kein Geld erhalten.”

Sie wurden gewarnt!

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